Ausmisten anfangen: Warum wir es wollen, aber immer wieder lassen (Teil 1)

Veröffentlicht am 7. Januar 2026 um 06:50

„Ich würde ja gern mal anfangen auszumisten, aber…“

… heute habe ich keine Zeit.
… heute bin ich müde.
… es regnet. 
… die Sonne scheint.
… der Hund hat gegähnt.

Kommt dir bekannt vor? Dann bist du in bester Gesellschaft.

Ausmisten ist eine dieser Ideen, die sich im Kopf unglaublich gut anfühlen – solange man sie nicht wirklich umsetzt. Denn in dem Moment, in dem man anfangen will, meldet sich das Leben. Oder der innere Widerstand. Oder beides gleichzeitig.

Warum Anfangen so schwer ist

Das Problem ist selten das Ausmisten selbst.
Es ist die Vorstellung davon.

Wir sehen:

  • Berge von Zeug

  • stundenlange Entscheidungen

  • emotionale Erinnerungen

  • das Chaos mittendrin

Und unser Gehirn sagt:
„Lass uns das lieber lassen.“

Das ist kein Versagen. Das ist Biologie. Unser Kopf liebt Gewohnheit und meidet alles, was nach Anstrengung aussieht.

Der größte Denkfehler: Es muss sich lohnen

Viele glauben, Ausmisten müsse sich „richtig“ anfühlen:

  • genug Zeit

  • gute Laune

  • perfekte Musik

  • idealer Tag

Spoiler: Der perfekte Moment kommt nicht.

Wenn du darauf wartest, wirst du nächstes Jahr an derselben Stelle stehen – nur mit ein paar Dingen mehr, die sich in den Schubladen tummeln

Anfangen heißt nicht: alles

Ausmisten beginnt nicht mit einer ganzen Wohnung.
Es beginnt mit einer Entscheidung.

Nicht:
„Heute räume ich alles aus.“

Sondern:
„Ich ziehe eine Schublade auf.“

Mehr nicht.

Wenn du nur eine Sache findest, die gehen darf, hast du angefangen.
Und das reicht.

Erlaubnis zum Mini-Start

Hier ein paar völlig legitime Arten, anzufangen:

  • Eine Schublade anschauen und wieder schließen

  • Drei Dinge in die Hand nehmen und eines behalten

  • Einen kaputten Gegenstand entsorgen

  • Eine leere Verpackung wegwerfen

Das ist kein Mogeln.
Das ist Anfangen.

Motivation kommt nicht vorher

Ein wichtiger Punkt, den kaum jemand sagt:
Motivation kommt nach dem Tun, nicht davor.

Niemand wacht morgens auf und denkt:
„Juhu, heute treffe ich 200 Entscheidungen über alte Dinge!“

Aber nach den ersten fünf Minuten passiert etwas:

  • Es wird leichter

  • klarer

  • ruhiger

Und plötzlich ist man drin.

Perfektion ist der größte Feind

Du musst nicht wissen:

  • welche Methode die richtige ist

  • wie minimalistisch du leben willst

  • wie dein Zuhause am Ende aussehen soll

All das klärt sich unterwegs.

Der einzige echte Fehler ist, nicht anzufangen, weil man glaubt, es falsch zu machen.

Fazit für Teil 1

Wenn du schon lange denkst:
„Ich müsste wirklich mal ausmisten“
dann ist genau das der Moment.

Nicht morgen.
Nicht am Wochenende.
Nicht wenn das Wetter besser ist.

Jetzt.
Mit einer Sache.
Ohne Drama.

Im nächsten Artikel schauen wir uns dann die verschiedenen Methoden an – von KonMari über Ausmisten-Challenges bis zur gemütlichen Schubladen-Variante.

Denn anfangen ist das eine. Dranbleiben das andere.

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