Was ich weggelassen habe – und warum ich sie nicht vermisse
Ich hatte früher immer eine Handtasche dabei.
Also wirklich immer.
Egal ob kurz zum Bäcker oder den ganzen Tag unterwegs.
Und sie war auch nie leer.
Irgendwann sammelt sich da so eine ganz eigene Mischung an: Dinge, die man vielleicht braucht, Dinge, die man mal gebraucht hat, und Dinge, bei denen man sich nicht mehr ganz sicher ist, warum sie überhaupt noch drin sind.
Klassiker:
Lippenpflege, die man nie benutzt.
Zwei alte Kassenzettel.
Ein Kugelschreiber, der nicht mehr schreibt.
Und natürlich genau der Moment, in dem man den Schlüssel sucht – und ihn nicht findet.
Bis es mich irgendwann einfach genervt hat
Es war kein großer Entschluss.
Eher diese kleinen Situationen, die sich wiederholen:
Tasche auf, Tasche zu.
Abstellen, wieder aufnehmen.
Kurz aus den Augen lassen und direkt wieder daran denken müssen.
Und irgendwann dachte ich mir einfach:
Warum mache ich das eigentlich? Was in dieser Höhle ist wichtig genug, um diesen Ballast zu tragen?
Also bin ich ohne gegangen
Ohne große Vorbereitung.
Ich habe die Tasche einfach zu Hause gelassen und bin raus.
Die ersten Minuten waren ungewohnt. Dieses Gefühl, dass irgendwas fehlt.
So ein leichtes „Habe ich was vergessen?“
Aber nach ein paar Metern war klar:
Nein.
Was ich wirklich brauche (Spoiler: nicht viel)
Seitdem ist es ziemlich simpel geworden.
Ich habe:1
mein Handy,
meinen Schlüssel,
und meistens eine Karte.
Das war es.
Und plötzlich passt alles in eine Jackentasche oder einfach in die Hosentasche.
Kein Umräumen.
Kein Sortieren.
Kein „wo ist jetzt nochmal…?“
Was ich stattdessen nutze
Ich habe nichts wirklich ersetzt – ich habe einfach reduziert.
Mein Handy ist inzwischen der Mittelpunkt.
Tickets, Notizen, Karten – alles da.
Das ist in einer Handyhülle mit Kartenfach. Ich benutze diese.
Karte rein, fertig. Ein Geldschein für den Markt passt da auch noch rein.
Außerdem habe ich meinen Schlüssel dabei, der ohne tausende von Schlüsselanhängern und Klimperkram plötzlich ganz wunderbar in die Hosentasche passt.
Das ist wahrscheinlich die minimalste Version von „ich habe alles dabei“.
Die Dinge, die einfach weggefallen sind
Und dann merkt man plötzlich, was man alles nicht mehr braucht.
Kein großer Geldbeutel.
Keine „für alle Fälle“-Kosmetik.
Kein Notizbuch, das man eh nicht benutzt.
Keine Snacks, die wochenlang in der Tasche liegen. Und das Hustenbonbon macht ohne Husten auch keinen Sinn.
Und vor allem:
keine Tasche, die all das sammelt.
Aber was ist, wenn ich doch etwas brauche?
Das war mein größter Gedanke am Anfang.
Was, wenn ich etwas brauche und es nicht dabei habe? Was ist, wenn ich ganz plötzlich unterwegs einen Schwächeanfall kriege und den Proteinriegel benötige?
Ehrlich gesagt:
Das passiert fast nie.
Und wenn doch, findet man eine Lösung. (Wie zum Beispiel in einen Supermarkt zu gehen)
Ich glaube, ich habe früher viel mehr Dinge dabeigehabt, nur um dieses Gefühl von „ich bin vorbereitet“ zu haben.
Nicht, weil ich sie wirklich gebraucht habe.
Was sich wirklich verändert hat
Es klingt klein, aber es macht einen Unterschied.
Ich habe die Hände frei. Ich muss nichts abstellen. Ich muss auf nichts aufpassen.
Ich gehe einfach los.
Und das fühlt sich leichter an.
Nicht nur körperlich. Auch im Kopf.
Ich habe die Handtasche nicht ersetzt. Ich habe sie einfach weggelassen und gemerkt, dass ich sie nicht brauche.
Und dass weniger kein Verzicht ist – sondern einfach nur… weniger Aufwand.
Kommentar hinzufügen
Kommentare