Wenn es ein Produkt gibt, bei dem ich lange auf der Suche nach der perfekten Lösung war, dann war es Deo.
Wer empfindliche Haut hat, kennt das vielleicht. Das eine Produkt brennt, das nächste hinterlässt weiße Flecken auf der Kleidung und das dritte riecht so intensiv, dass man sich fragt, ob man eigentlich ein Deo oder einen Raumduft gekauft hat. Dazu kommen ellenlange Inhaltsstofflisten, bei denen man spätestens nach dem fünften unaussprechlichen Begriff einfach aufgibt.
Irgendwann hatte ich genug davon und begann nach einer einfacheren Lösung zu suchen. Nicht aus einem großen ökologischen Vorsatz heraus und auch nicht, weil ich plötzlich zur Hobby-Chemikerin werden wollte.
Ich wollte einfach ein Deo, das funktioniert und meine Haut in Ruhe lässt. Dabei bin ich über ein Rezept gestolpert, das zunächst fast zu simpel klang, um wahr zu sein.
Das Rezept
Für mein Deo brauchst du nicht viel. Ich verwende drei Esslöffel kaltgepresstes Kokosöl, zwei Esslöffel Natron und einen Esslöffel Speisestärke. Wer besonders empfindliche Haut hat, kann zusätzlich einen Esslöffel Sheabutter hinzufügen. Wenn du einen leichten Duft möchtest, passen außerdem einige Tropfen ätherisches Öl dazu. Lavendel, Orange oder Rosmarin funktionieren besonders gut. Das Kokosöl pflegt die Haut und sorgt für eine angenehme Konsistenz. Das Natron hilft dabei, Gerüche zu neutralisieren, und die Speisestärke macht die Mischung schön cremig
Für die Zubereitung erwärmst du das Kokosöl vorsichtig, bis es weich wird. Falls du Sheabutter verwendest, kannst du sie direkt mit dazugeben. Anschließend rührst du Natron und Speisestärke ein, bis eine glatte Creme entsteht. Zum Schluss kommen – wenn gewünscht – die ätherischen Öle dazu.
Danach füllst du die Mischung in ein kleines Schraubglas und lässt sie abkühlen. Das dauert insgesamt vielleicht fünf Minuten und ist deutlich schneller erledigt als ein Besuch in der Drogerie, bei dem man vor einem Regal mit gefühlt zweihundert Deos steht und trotzdem nicht weiß, welches man nehmen soll.
Funktioniert das wirklich?
Das ist wahrscheinlich die Frage, die ich am häufigsten gestellt bekomme.
Ja, bei mir funktioniert es erstaunlich gut.
Natürlich verhindert es nicht das Schwitzen. Das soll es auch gar nicht. Schwitzen ist schließlich eine ziemlich clevere Erfindung unseres Körpers und nicht der Feind, für den es manchmal gehalten wird. Das Deo sorgt aber zuverlässig dafür, dass keine unangenehmen Gerüche entstehen, und genau das erwarte ich von einem Deo.
Außerdem reicht eine winzige Menge aus. Als ich die Mischung zum ersten Mal angerührt habe, war ich überzeugt, dass das kleine Glas höchstens ein paar Wochen halten würde. Tatsächlich begleitet es mich deutlich länger. Eine erbsengroße Portion genügt vollkommen, auch wenn ich das am Anfang erst lernen musste.
Warum ich dabei geblieben bin
Was ich an diesem Deo besonders mag, ist die Tatsache, dass ich überhaupt nicht mehr darüber nachdenke. Es steht im Badezimmer, ich benutze es morgens und das Thema ist erledigt.
Keine gereizte Haut, keine weißen Spuren auf schwarzen T-Shirts und keine langen Zutatenlisten, die sich eher wie der Inhalt eines Chemiebuchs lesen.
Manchmal muss ich sogar ein wenig schmunzeln, wenn ich daran denke, wie unspektakulär die Lösung am Ende geworden ist. Da steht ein kleines Schraubglas mit drei einfachen Zutaten und macht seit Jahren zuverlässig seinen Job.
Viel mehr wünsche ich mir von einem Deo eigentlich nicht.
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