Minimalismus mit Augenzwinkern: Mehr Nein sagen, mehr Freiheit spüren

Veröffentlicht am 3. Januar 2026 um 20:31

Minimalismus – man denkt ja sofort an: „Oh, ich muss jetzt alles aussortieren, meine Wohnung sieht aus wie ein IKEA-Katalog und ich darf nichts mehr besitzen.“ Aber wer es so versteht, hat nur an der Oberfläche gekratzt. Minimalismus beginnt nicht bei den Dingen, sondern bei dir selbst

Es geht darum, auf sich zu hören. Auf das leise „Nein, das fühlt sich nicht richtig an!“ im Bauch. Und ja, manchmal ist dieses Nein verdammt laut und das darf es auch sein.

Ein Beispiel aus meiner Minimalismus-Erfahrung: Mein Nachbar, eher so der freundliche Typ, den man ab und zu grüßt, lud mich spontan zu seiner Geburtstagsparty ein. Ich kannte ihn nur flüchtig, die anderen Gäste so gut wie gar nicht. Alles in mir schrie: „NEIN!“ Früher hätte ich vielleicht gezögert, gedacht: „Ach komm, das ist nett, sag nicht ab, enttäusche nicht, wenn er schon so nett ist…“ Aber mit meinem neuen Minimalismus-Mutlevel packte ich das große Wort aus: „Danke, ich komme nicht.“

Reaktion: Beleidigt. Funkstille. Tja. Aber wisst ihr was? Ich habe an diesem Abend auf dem Sofa gesessen, meine Ruhe genossen, lecker gegessen und Netflix ohne nervigen Höflichkeits-Smalltalk marathont. Und genau darum geht es beim Minimalismus: Es ist nicht Verzicht. Es ist Wahlfreiheit.

Minimalismus heißt auch, die eigenen Grenzen zu erkennen und zu respektieren. Allein sein dürfen, die Ruhe genießen, Dinge nicht tun müssen, nur weil andere es erwarten. Kein schlechtes Gewissen, kein „ich müsste ja eigentlich…“ – nur du und dein Atem, vielleicht ein gutes Buch, 5 Folgen Bridgerton oder einfach die Stille.

Und ja, manchmal kommt ein bisschen Drama dabei heraus. Menschen werden beleidigt, Erwartungen werden verletzt. Minimalismus ist nicht immer bequem, aber er ist ehrlich, direkt und befreiend.

Kurz gesagt: Minimalismus ist Mut zum Nein, Freude am Weniger, Liebe zu sich selbst und ein bisschen Chaos darf auch sein. Es ist wie ein unsichtbarer Superhelden-Umhang. Du entscheidest, was du trägst, wem du begegnest, welche Verpflichtungen du annimmst und du musst niemandem gefallen.

Also sortiert nicht nur eure Schränke aus, sondern auch eure Termine, Erwartungen und Verpflichtungen. Hört auf euer Bauchgefühl. Lacht über die, die beleidigt sind, weil ihr mal Nein gesagt habt. Und genießt die Freiheit, die entsteht, wenn ihr euch selbst den Vorrang gebt. Minimalismus kann ernst sein, aber Spaß dabei haben darf man auf jeden Fall.

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